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Wilde Welt Wald

19. Mai - 20. Mai

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Veranstaltungsreihe

Ausstellungen, Waldspaziergang, Waldfestessen

Wald bedeutet dem Wortursprung nach „dicht bewachsen“, ein mit Bäumen bestandener Ausschnitt der Erd-Oberfläche, im Volksmund gern als „grüne Lunge“ bezeichnet.

Wald war schon immer Vieles zugleich: wilde Naturlandschaft und gepflegter Nutzwald, Sehnsuchtsort für mythisch-völkische Projektionen, ebenso wie Zuflucht für Freigeister, Pilzesammler und Aussteiger, Wohnort von Fabelwesen, Versteck für Räuber, gefährliche Wildnis, die nicht lebend durchquert, wer sie nicht kennt. Wald ist aber auch nachwachsende Resource, Lieferant von Holz für Häuser, Schiffe, Möbel, Skulpturen und wärmendes Feuer. Zeitung war über 500 Jahre ohne Bäume nicht denkbar. Papier entstand aus gefälltem Wald. Je mehr über die Jahrhunderte der bedrohliche Charakter des undurchdringlichen Dickichts zurücktrat, Motorsäge und Rückewagen den Urwald lichteten und Wege bahnten, um so stärker boten sich die grünen Zonen für Freizeit und Erholung an, als ein Ort der Gesundung von der Unwirtlichkeit der Städte.

Die gesellschaftlichen Projektionen auf das Heilpotential des Waldes sind mannigfaltig und werden von einem pan-europäischen forstpolitischen Prozess auf Ministerebene flankiert. Waldtherapie soll unser Immunsystem stärken. Selbst die von zuviel Chemie kranke Landwirtschaft kann am laub- und wurzelreichen „Ökosystem“ gesunden, dank lehrreicher Waldgärtnerei. Und am Ende legen wir uns in den Friedwald, dem jüngsten Geschäftsmodell unterm Blätterdach und werden eins mit der Natur, ausgestreut als Dünger.

In den 1980er Jahren ging es dem Wald plötzlich überraschend schlecht. Das war keine Lungenentzündung – der Fall galt als aussichtslos: Waldsterben. Saurer Regen sollte daran schuld sein. Man blickte erneut mit Existenz-Angst auf die Bäume. Sind auch wir bald alle tot?

Das 21. Jahrhundert beginnt in Bezug auf den Wald mit einem Paradigmenwechsel. Plötzlich gibt es statt chemisch verseuchtem Niederschlag und zerborstener Stämme den Klimawandel, ein politisches Instrument, mit dem ein Jeder persönlich in die Verantwortung genommen werden kann für die Rettung der Welt – einfach indem er sich wirtschaftsförderlichen Maßnahmen wie Abwrackprämie, Feinstaubfilter und Elektromobilität unterwirft.

Was aber passiert derweil im Wald? Atmet der Patient noch?
Das Projekt „Wilde Welt Wald“ geht am Pfingstwochenende 2018 diesen Fragen auf den Grund mit Lesungen, Exkursionen und Gesprächen im Ferbitzer Forst, Ausstellungen und Filmen bei BBM eV Unbesandten, in der Galerie Divan und der Kirche in Stavenow.

Beide Veranstaltungstage werden gekrönt von einem Festessen, einer mehrgängigen, köstlichen, essbaren „raumkulinarischen Inszenierung“, einem außergewöhnlichen Fest für alle Sinne.

Details

Beginn:
19. Mai
Ende:
20. Mai
Veranstaltungkategorie:

Veranstalter

Galerie Divan Stavenow
BBM e.V. Unbesandten
Biosphärenreservatsverwaltung Flusslandschaft Elbe

Veranstaltungsort

Unbesandten
Brandenburg 19309 Deutschland + Google Karte